Burgruine Thaur

Burgruine Thaur

Burgruine Thaur

Die Ruine der Höhenburg liegt rund 250 m über dem Talboden des Inntals und knapp 200 m über dem Dorfkern von Thaur auf einer schütter mit Eichen und Linden bewachsenen 812 m ü. A. hohen Erhebung am Abhang der Nordkette. Rund 150 m östlich liegt das Romedikirchl, eine Wallfahrtskirche, die möglicherweise als Burgkapelle gedient hat.

Die Burg scheint am Ende des 12. Jahrhunderts errichtet worden zu sein, aber erst 1232 werden die Burg und die Saline Thaur als Eigentum von Graf Albert III. von Tirol urkundlich genannt, obwohl das Unterinntal zu dieser Zeit als brixener Lehen in der Hand der Grafen von Andechs war. Die als Herren von Thaur firmierenden Ministerialen entstammten wahrscheinlich nicht einer, sondern mehreren Familien. Nach dem Tod des letzten Andechser Otto II. fielen die Besitzungen im Unterinn- und im Pustertal an Albert III. Da dieser ohne männliche Erben blieb, gingen seine Besitzungen über seine Töchter an seine beiden Schwiegersöhne Graf Meinhard I. von Görz (verheiratet mit Adelheid) und Graf Gebhard VI. von Hirschberg (verheiratet mit Elisabeth). Gebhard hatte dabei den nördlichen Teil des Landes mit den Burgen Thaur, Vellenberg und Fragenstein bekommen. Aber bereits vor Gebhards Tod († 1281, auch er verstarb ohne männlichen Erben) scheint Thaur schon in den Besitz von Meinhard II., dem Sohn von Meinhard I., gekommen zu sein. 1284 musste aber eine Ablöse für den tirolischen Besitz an die Hirschberger Erben bezahlt werden.